{"id":1013,"date":"2018-08-22T23:51:55","date_gmt":"2018-08-22T22:51:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kinderberlin.de\/Blog\/?p=1013"},"modified":"2018-08-22T23:51:55","modified_gmt":"2018-08-22T22:51:55","slug":"emojis-und-kinder-chancen-und-risiken-der-digitalen-piktogramme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kinderberlin.de\/Blog\/emojis-und-kinder-chancen-und-risiken-der-digitalen-piktogramme\/","title":{"rendered":"Emojis und Kinder: Chancen und Risiken der digitalen Piktogramme"},"content":{"rendered":"ANZEIGE - <p>Kaum eine Online-Konversation kommt ohne sie aus: Emojis. Und nicht nur dort: Selbsternannte Emoji-Artists haben es auf sich genommen, Literaturklassiker wie \u201aMoby Dick\u2019 in Piktogrammsprache zu \u00fcbersetzen. Dabei provozieren sie bei Menschen unterschiedlicher Altersgruppen diametral gegens\u00e4tzliche Reaktionen \u2013 w\u00e4hrend ein Gro\u00dfteil der Instagram-, Snapchat- und Facebook-Nutzer auf die winzigen Bildchen schw\u00f6rt, weil sie einer digitalen Konversation das geben, was K\u00f6rpersprache und Mimik hier nicht ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, f\u00fcrchten gerade \u00e4ltere Menschen, dass der eigene Wortschatz unter deren Gebrauch leidet.<\/p>\n<h2>Wer von beiden hat Recht?<\/h2>\n<p>Studien zeigen, dass der allgemeine Wortschatz von Kindern unter der Verwendung von Emojis selbst nicht leidet \u2013 vielmehr wird die F\u00e4higkeit zum Umgang mit verschiedenen Sprachregistern trainiert. Die Sorge, allein die kleinen Piktogramme w\u00fcrden dem Nachwuchs intellektuell schaden, ist also unbegr\u00fcndet. Trotzdem kann die alleinige Besch\u00e4ftigung mit sozialen Medien unter Ausschluss \u201aklassischer\u2018 Literatur dazu f\u00fchren, dass ein weniger breit gef\u00e4cherter Wortschatz ausgebildet wird.<\/p>\n<h2>Wie k\u00f6nnen Emojis Kindern beim Lernen und Kommunizieren unterst\u00fctzen?<\/h2>\n<p>Die aktuelle Auswahl an Emojis ist riesig \u2013 erst k\u00fcrzlich wurden <a href=\"https:\/\/de.alljackpotscasino.com\/blog\/157-neue-emojis-fur-android-und-ios-157\/\">157 neue Emojis f\u00fcr iOS und Android<\/a> angek\u00fcndigt \u2013 und stellt ganz allt\u00e4gliche Situationen bis hin zu au\u00dfergew\u00f6hnlicheren Erlebnissen dar. Nachdem das Oxford Dictionary 2015 das \u201aGl\u00fcckliche Gesicht mit Lachtr\u00e4nen\u2018 zum \u201aWort das Jahres\u2018 erkl\u00e4rt hatte, wurden Fragen laut, ob die bunten Unicode-Zeichen \u00fcberhaupt einen eigenen Wert in unsere Sprache einbr\u00e4chten \u2013 sie tr\u00fcgen das Potenzial in sich, missverstanden zu werden, da verschiedene Bilder verschieden interpretiert werden und sich bestimmte Konnotationen dar\u00fcber hinaus im Laufe der Zeit ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Hier kann es helfen, sich auf die Urspr\u00fcnge geschriebener Sprache zu besinnen: Die Hieroglyphen als \u00e4lteste Form beschr\u00e4nkten sich ausschlie\u00dflich auf Symbole und halfen, Sachverhalte auch \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Distanzen leicht verst\u00e4ndlich zu vermitteln \u2013 genau das, was Emojis heute auch erreichen sollen.<\/p>\n<p>Besonders hilfreich ist das bei der Kommunikation mit Kindern, die noch nicht alleine dazu in der Lage sind, zu lesen oder zu schreiben. Emojis erlauben es zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.abc.net.au\/news\/2017-04-07\/how-emojis-can-help-children-learn-and-communicate\/8425482\">in einem wissenschaftlichen Kontext<\/a>, die Meinung oder Wahrnehmung von Kindern direkt zu erfassen, ohne dass die Eltern davor schriftlich vermitteln m\u00fcssen und die Eingabe so wom\u00f6glich unfreiwillig verf\u00e4lschen. Einige Vorschulen in Australien setzen dar\u00fcber hinaus auf Emojis, um Kindern das Ausdr\u00fccken von Emotionen und Gedankeng\u00e4ngen zu erleichtern, die auf traditionellem Wege in diesem Alter vielleicht nur schwer in Worte zu fassen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Auch in der Kinderpsychologie kann dieses Modell angewandt werden: Wenn ein junger Mensch Schwierigkeiten hat, eine traumatische Situation verbal auszudr\u00fccken, kann der Prozess durch den Einsatz von Emojis erleichtert werden. Die schwedische Non-Profit-Organisation Bris hat es sich beispielsweise zur Aufgabe gemacht, Piktogramme zu entwickeln, die jungen Missbrauchopfern dabei helfen k\u00f6nnen, <a href=\"https:\/\/www.wired.com\/2015\/06\/abused-emoji\/\">ihre Erlebnisse mitzuteilen<\/a> und so Unterst\u00fctzung bei der Verarbeitung zu erhalten. Diese umfassen etwa ein M\u00e4dchen mit einem blauen Auge, einen Jungen mit verletzten Handgelenken oder Kinder, hinter denen stilisiert w\u00fctende Eltern mit alkoholischen Getr\u00e4nken dargestellt sind. Die Menschen hinter Bris weisen allerdings darauf hin, dass die Symbole in verschiedenen Kontexten fehlinterpretiert werden k\u00f6nnten und r\u00e4t daher, sie nur bei der Kommunikation mit den geschulten Mitarbeitern der Organisation einzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ANZEIGE &#8211; Kaum eine Online-Konversation kommt ohne sie aus: Emojis. 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